Die Zigarettenfabrik

Wissen Sie eigentlich, wie umfangreich eine Zigarettenfabrik ist?



Hier erhalten Sie einen kurzen Überblick über Aufbau und Betrieb einer Zigarettenfabrik. Dazu unterscheiden wir zunächst einmal die technischen Bereiche:


Tabakvorbereitung (-aufbereitung) oder Primary

Wie der Name bereits verrät, wird hier der Tabak -in Ballen gepresst angeliefert- aufbereitet und in einem sehr aufwendigen Prozess zu Schnitttabak verarbeitet.

Bevor die fertig geschnittene Tabakmischung die Zigarettenmaschine erreicht, lagert der Tabak einige Stunden (oder auch über Nacht) in riesigen Boxen, die in klimatisierten Räumen stehen. Der Austrag aus den Boxen erfolgt über Schwingförderrinnen oder Förderbänder, die das Gut an ein Beschickungssystem abgeben.

An diese Beschicker sind 5"-Rohre angeschlossen, je nach Kapazität bis zu 6 Stck., die jeweils an der Tabakschleuse an der Zigarettenmaschine enden. Das sind oft mehr als 100 m Wegstrecke, die der Tabak mit einer Geschwindigkeit von ca. 17m/s zurücklegt.


Maschinensaal oder Secondary

Hier nun stehen die Zigarettenmaschinen in Reih' und Glied, in grossen Werken 20 Stck. und mehr. Weil wegen der Brandgefahr hier ein absolutes Rauchverbot besteht, werden die Maschinen gern in getrennten Sälen untergebracht. Um die Zigaretten der Packmaschine zuzuführen, gibt es mehrer Wege:

  • 1.) Schrage
  • 2.) 1:1-Kopplung
  • 3.) Speicher

1.) Die Abfüllung in Schragen bedeutet, dass die Zig.-Maschine die Zigaretten in einen Schragenfüller abgibt. Schragen sind Behältnisse, die jeweils etwa 3000 Zig. aufnehmen. Auf Sammelwagen werden diese Schragen an anderer Stelle des Saals einem Schragenentleerer zugeführt, der den Inhalt an die Packmaschine übergibt.

2.) Die 1:1-Kopplung bedeutet, dass an die Zig.-Maschine eine Packmaschine gekoppelt ist, die die soeben gefertigten Zigaretten sogleich verpackt. Dieses Verfahren hat einen entscheidenen Nachteil: Wenn die Packmaschine auch nur einen Moment ausfällt, (z.B. wegen Strangbruchs), stoppt automatisch die Zigarettenmaschine und umgekehrt. Darum findet diese Form der Anbindung so gut wie keinen Einsatz mehr!

3.) Die Abfüllung in einen Speicher besagt, dass die Zig.-Maschine die Zigaretten in eine weitere Maschine abgibt, einen Zig.-Speicher eben. Dieser nimmt 100.000 Zigaretten umd mehr auf. Grosser Vorteil: Fällt Zig.-Maschine oder Packmaschine für einige Minuten aus, kann die jeweils andere Maschine weiter produzieren.



Tabaklager

In riesigen Hallen werden tausende Tonnen Tabake gelagert, um auch einmal während einer Mißernte die Zigarettenproduktion aufrecht erhalten zu können. Hier liegen alle zur Rezeptur gehörenden Sorten, die in Säcken, Kartons und Fässern übersichtlich lagern.


Utlities

Dazu gehören z. B. das Kesselhaus zur Dampferzeugung. Tabak wird in der Aufbereitung mittels Dampf geschmeidig gemacht, um Tabakbruch zu vermeiden. Auch zur Abtrocknung wird Dampf eingesetzt. Mehrere Kompressoren sind erforderlich, um an den Maschinen Druckluft zur Verfügung zu haben. Zur bequemen Reinigung nach Produktionsende sind zentrale Staubsaugersysteme vorhanden, deren Betrieb durch Ventilatoren und Filteranlagen sicher gestelllt wird.
Im Bereitstellungslager finden sich "just in time" große Mengen an Verbrauchsmaterialien. Dazu gehören Zigaretten- u. Belagpapier (für das Filtermundstück). Auf Paletten gestapelte Blanketts (die ungefaltete Schachtel) gehören ebenso dazu wie tonnenweise Leim zur Beleimung der Naht einer Zigarette.


Werkstatt

In der oder den Werkstätten werden periodisch Maschinen überholt, oft gänzlich zerlegt, um für weitere Monate eine sichere Produktion zu gewährleisten. Viele Hersteller beschäftigen Ingenieure und (Fein-)Mechaniker, um neue Maschinen oder Teile davon zu entwickeln.

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